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Die Geschichte von Trebendorf

Die altslawische Siedlung Trebendorf, sorbisch Trjebin, wurde erstmalig im Jahr 1382 in Verbindung mit dem Ort Schleife urkundlich erwähnt. Der Name Trebendorf ist vom sorbischen Namen „trjebać = opfern“ abgeleitet. Da der Ort an der damaligen Heeres- und Handelsstraße lag, wurde den Händlern und Reisenden Wegezoll abverlangt. Dieses „Opfer“ der Durchreisenden war für das kleine Heidedorf eine wichtige Einnahmequelle.

Die Einwohner waren arme Waldarbeiter, Imker und Kleinbauern, die ihr Leben in ärmlichen Verhältnissen fristeten. Außerhalb des Dorfes, unweit der Heeresstraße, stand ein Pechofen und noch heute trägt der Ortsteil diesen Namen.

Viele Familiennamen erinnern daran, dass Trebendorf ein rein sorbisches Dorf war: Paulo, Petrick, Jando, Krahl, Nakonz und andere. Auch einige Flurnamen sind von sorbischen Bezeichnungen abgeleitet, wie Lug, Gusk, Dubrawicy, Zagola.

Frauen und Mädchen trugen täglich die sorbische Tracht, auch die Umgangssprache war sorbisch. Es wurden viele Sitten und Bräuche gepflegt. Die bekanntesten sind Zampern, Ostereier verzieren, Hexenbrennen, Maibaum aufstellen, welche heute noch gepflegt werden, sowie das Bescherkind.

Im Leben der Menschen spielten auch viele Sagen eine wesentliche Rolle. Wiederkehrende Figuren sind dabei der Plon (Drachen), die Lutkis (Zwerge) und die Pŕezpolnica (Mittagsfrau).

Die Kinder besuchten die Schule in der Nachbargemeinde Schleife, bis der Ort 1910 eine eigene Schule bekam. Hier wurden die Kinder in zwei Klassenräumen von nur einem Dorfschullehrer in allen Fächern unterrichtet, in einem Klassenraum waren die Kinder des 1. – 4. Schuljahres, in dem anderen die Kinder der 5. – 8. Schulklasse.

Durch die Industrialisierung der Heidelandschaft, vor allem durch den Bergbau und die Glasindustrie wurde auch Trebendorf zu einem zweisprachigen Dorf.

In der Zeit des Faschismus waren die Sorben unterdrückt und ihre Sprache und Kultur verboten. Nach 1945 gab es eine allseitige Förderung der Sorben als „nationale Minderheit“. Die Wunden der Unterdrückung sind jedoch noch heute erkennbar, beispielsweise an Sprache und Trachten. Unter den veränderten Bedingungen ist es komplizierter geworden, die Rechte umfassend wahrzunehmen.

Trebendorf ist heute ein schönes und sauberes Dorf. Die Einwohner beraten und verwirklichen alle Vorhaben gemeinsam. In den Vereinen und Organisationen wird eine rege geistige und kulturelle Arbeit geleistet. Zu nennen sind hier: die Freiwillige Feuerwehr, der Sportverein, der Frauenverein und die Domowina-Ortsgruppe.

Die Kindertagesstätte ist eine beispielhafte Einrichtung der Bildung und Erziehung. So ist es nicht verwunderlich, dass es immer mehr Bürger nach Trebendorf zieht, die sich hier ein neues Heim schaffen.

Unser Dorf hat sich in den vergangenen Jahren zu einem modernen, fortschrittlichen Ort entwickelt, in dem es sich lohnt zu wohnen, zu arbeiten und gemeinsam zu schaffen.

 


 

Die Sagen

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich viele Sagen, die teils aus der Unwissenheit der Menschen über Naturereignisse, teils über die Weitererzählung von Begebenheiten entstanden. Da sie erst vor relativ kurzer Zeit (meist weniger als 200 Jahre) aufgeschrieben wurden, wurde ihr Inhalt im Laufe der Zeit immer wieder verändert, da sich die Erzählungen nie 100%-ig glichen und durch Vergessenheit auch einige Teile nicht weitererzählt wurden.

Da die sorbischen Sagen ein wichtiges Kulturgut der Sorben sind, haben wir einige interessante Sagen von Trebendorf und Mühlrose herausgesucht. Wir wünschen Ihnen beim Lesen viel Spaß.

Sagen aus Trebendorf
•    Die lustigen Musikanten oder die weißen Kälber
•    Der alte Förster
•    Salzquelle
•    Ta smyowa krona
•    Der böse Geist im Wäldchen Gosk

Sagen aus Mühlrose
•    Der Teufel und die Viehseuche
•    Der Mühlroser Pechofen
•    Des Riesen Tochter